Andrea Jürgens Fan-Page

Interview zum Jubiläum


Andrea im Interview zum 30.jährigen Jubiläum sowie zur CD "Verbotene Träume".

 

Hallo Andrea Jürgens – wie geht es Ihnen?
Danke – es geht mir wunderbar. Mein neues Album ist eingesungen, ich habe zahlreiche Auftritte und einen ausgefüllten Terminkalender. Was kann sich eine Sängerin mehr wünschen? 

Sie feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Dazu herzlichen Glückwunsch! Wie dürfen wir uns das Fest zum Jubiläum vorstellen?
Ein großes Fest, wie man sich das vielleicht vorstellt, hatte ich noch zu keinem meiner Bühnenjubiläen. Es ist auch nicht so, dass dann eines Tages die Plattenfirma vor der Türe steht und an einem bestimmten Tag gratuliert. Ich feiere dieses 30-jährige Bühnenjubiläum mit meiner Familie, meinem Lebensgefährten und meinen Eltern. Wir sitzen dann zusammen, essen etwas Leckeres und denken an die Zeit damals, an meinen ersten TV Auftritt. Manchmal ist es dann schon erschreckend, wenn einem dann bewusst wird, dass es nun wirklich schon 30 Jahre her ist. Manchmal kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen.

Waren Sie in diesen 30 Jahren konstant als Sängerin unterwegs oder gab es längere Pausen?
Nein, längere Pausen im Sinne einer Zeit, in der man Abstand vom Beruf nimmt, hatte ich überhaupt nicht. Es ging immer konstant weiter. Natürlich gab es hier auch Höhen und Tiefen, wie bei jedem anderen Künstler auch. Mal war etwas mehr Rummel, dann wieder kamen ruhigere Zeiten. Aber im Prinzip war ich immer da! (lacht)

Zum Jubiläum wird es auch ein neues Album von Ihnen geben. Es heißt „Verbotene Träume“. Was erwartet Ihre Fans hier?
Es wird auch diesmal wieder ein typisches Andrea Jürgens Album werden. Das ist das, was die Fans wollen und kennen. Ich lasse mich da auf keine Experimente ein. Ich bin nun einmal wie ich bin – und das spiegelt sich auch immer in meiner Musik wieder. „Verbotene Träume“ ist ein rundes Album geworden. Es ist was Modernes drauf, typischer Deutscher Schlager, Lieder, die zu Herzen gehen, von der großen Liebe erzählen, aber auch Lieder, die vom Trennungsschmerz handeln. Eine richtig schöne „Schnulze“ ist natürlich auch wieder dabei. Ein Song vom Urlaub, in dem einer Frau die Liebe begegnet ist und von der man dann Abschied nehmen muss. „Verbotene Träume“ bietet abwechslungsreiche musikalische und inhaltliche Themen – für jeden ist wieder etwas dabei.

Mit wem haben Sie für dieses Album zusammen gearbeitet?
Mein Hauptproduzent war auch bei diesem Album wieder Alfons Weindorf. Dazu kam die seit Jahren erfolgreiche Zusammenarbeite mit Uwe Hasselsteiner und Heiko Schneider. Die beiden kennen mich schon seit vielen Jahren, haben schon einiges für mich geschrieben und sind vor allem für die moderneren Titel verantwortlich.
 
Schreiben Sie auch selbst? Nehmen Sie Einfluss auf Ihre Songs?
Nein, ich schreibe nicht selbst. Meine Stärke ist das Singen – hier halte ich es nach dem Sprichwort „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Ich bringe manchmal inhaltliche Ideen mit ein. Aber meist suche ich mir Texte aus, die zu mir passen und die mir aus dem Herzen sprechen. Ich muss mich mit meinen Songs identifizieren können. Aber mein Team kennt mich mittlerweile so gut, dass mir nichts angeboten wird, was überhaupt nicht zu mir passen würde.

Wie authentisch sind Ihre Lieder – wieviel steckt da wirklich von der Person Andrea Jürgens drin?
Dadurch, dass ich die Texte nicht selbst schreibe, erzählen meine Lieder im Grunde nicht meine eigene Geschichte. Ich suche mir eben Themen aus, die mir gefallen. Aber es sind selten persönliche Erlebnisse. Beim letzten Album haben wir aber einmal voll ins Schwarze getroffen. Der Song „Gleich nebenan“ hätte tatsächlich genau so von mir sein können. Denn hier wird die Geschichte erzählt, wie ich mit meinem Lebensgefährten zusammen gekommen bin, der eben „gleich nebenan“ gewohnt hat. Aber das war reiner Zufall und wir lachen heute noch gerne darüber, dass mir genau unsere Geschichte als Lied angeboten wurde.

Welche Titel der neuen CD liegen Ihnen besonders am Herzen? Und warum?
Der Titelsong ist gleichzeitig die aktuelle Single und einer meiner Lieblingstitel auf dem Album. Ich mag aber auch gerne die Songs „Dieses Parfum auf deiner Haut“ und „Zurück zu mir“– die gefallen mir einfach gut. „Sehnsucht nach Sonne“ ist der Titel auf dem Album, der mir stimmlich am besten liegt. Da konnte ich sofort das richtige Gefühl reinbringen und wir hatten ihn erstaunlich schnell perfekt aufgenommen.

2007 haben Sie Ihren 40. Geburtstag gefeiert. Manche Frauen behaupten: „Ab 40. wird’s erst richtig schön“. Wie stehen Sie dazu?
Ich hatte keine Angst vor diesem Geburtstag. Wir haben ihn ganz normal gefeiert. Erst hinterher wurde mir eines Tages bewusst, dass ich damals mit ca. zehn Jahren Mireille Matthieu kennen gelernt habe. Die war damals so um die 40 und für mich eine wahnsinnig tolle und reife Frau. Und nun bin ich selbst so alt – das ist beeindruckend, erschreckt mich aber nicht. Ich bin gesund, fühle mich wohl in meiner Haut und habe keine Angst vor dem Alter. Schließlich ist man mit diesem Schicksal ja auch nicht allein! (lacht)...

Vieles steckt man mit 40 nicht mehr so leicht weg, wie mit 20. Wie regenerieren Sie sich, wenn Sie doch mal über die Stränge geschlagen haben?
Das passiert mir eigentlich so gut wie nie. Ich versuche ein ausgeglichenes Leben zu führen und extremen beruflichen und privaten Stress zu vermeiden. Und ich bin gerne zu Hause – das ist für mich ein ausgleichendes Element. Zu Hause fühle ich mich einfach wohl. Und mein Haushalt und der Alltag helfen mir auch immer schnell wieder, auf den Boden zurück zu kommen. Wenn ich dann den Staubwedel schwinge, dann hab ich mich ganz schnell wieder regeneriert! (lacht)

Wie halten Sie sich im Alltag fit?
Oh – das ist ein etwas kritisches Thema... Ich treibe an sich ein bisschen zu wenig Sport. Ich habe immer sehr gerne Tennis gespielt, aber seitdem ich einen Tennisarm zu kurieren hatte, ist auch das immer weniger geworden. Wir haben zu Hause ein paar Fitnessgeräte stehen, z.B. einen Stepper, den nutze ich ab und zu ganz gerne.

Viele Interpreten klagen über schlechte Lebensgewohnheiten die auch durch den Beruf bedingt sind, z.B. während einer Tournee. Achten Sie sehr auf eine gesunde Lebensweise?
Wie gesagt – ich versuche, extremen Stress im Job zu vermeiden. Große Tourneen, wo man wochenlang nicht zu Hause ist und sich immer nur von Fast Food und schneller Küche ernähren kann, sind nicht mein Ding. Ansonsten achte ich auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Ich koche gerne und oft selbst. Da verwende ich bewusst frische Lebensmittel und achte auf den Gesundheitsfaktor. Wir müssen auch nicht immer große Mahlzeiten haben, oftmals reicht ein Salat oder ein leichtes Gemüsegericht.

Sind Sie wetterfühlig? Bei vielen Menschen bedeutet schlechtes Wetter auch gleichzeitig schlechte Laune – wie geht es Ihnen damit?
Nein, ich habe eigentlich immer Sonne im Herzen, so dass das Wetter meine Stimmung nicht wirklich beeinflusst. Ich versuche immer, die Gute Laune zu behalten und lasse mir diese nicht schnell verderben. Aber wer von uns mag schon gerne trübe Regentage? Da gebe ich gerne zu, dass ich dann schwerer aus dem Bett komme und gerne ein wenig länger liegen bleibe.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?
Ich glaube, das was man auf den Nachttischen sehr vieler Frauen findet: Ein Bild von meinem Mann, meine Nachtcreme, eine Handcreme und ein Fettstift für die Lippen. Ich glaube, das wars schon.

Was bedeutet privates Glück für Sie?
Ein harmonisches Umfeld zu Hause ist für mich das A und O. Wenns zu Hause nicht richtig klappt, kann man nicht glücklich sein. Auch im Job kann man meiner Meinung nach nur dann sein Bestes geben, wenn man eine intakte Beziehung hat. Private Probleme würden das gesamte Wohlbefinden beeinflussen. Meine gute Beziehung zu meinem Partner ist für mich die Grundlage für privates Glück.

Wie definieren Sie Luxus?
Ich bin der Meinung, dass man generell nicht über die Stränge schlagen muss, auch wenn man besser verdient als andere. Für mich geht Luxus an sich meist mit dem Job einher. Schöne Bühnengarderobe ist wichtig, da gönne ich mir auch ein bisschen Luxus. Aber im Privaten brauche ich keine teueren Klamotten, da fühle ich mich sportlich-gepflegt am wohlsten. Der einzige Luxus, den ich mir ab und zu gönne, ist gute Kosmetik.

Wo verbringen Sie am liebsten Ihre Urlaube?
Am Wörther See in Kärnten. Ich bin totaler Österreich-Fan. Egal ob im Sommer oder im Winter zum Skifahren. Wir überlegen derzeit allerdings, ob wir nicht den nächsten Urlaub mal in Dubai verbringen werden. Aber im Grunde bin ich mit Urlauben in Österreich und der Schweiz vollkommen glücklich. Ein Traum von mir ist allerdings einmal eine ausgedehnte Christmas-Shopping-Tour in New York. Ich bin der volle Weihnachtsfreak, es kann mir gar nicht genug beleuchtet sein und glitzern und blinken. Ich glaube, da wäre ich in der Vorweihnachtszeit in New York genau richtig. Das ist noch ein Traum von mir.

Wie dürfen wir uns Ihren Alltag, einen „normalen Arbeitstag“ vorstellen?
Wenn ich nicht auf der Bühne stehe oder beruflich unterwegs bin, würde ich mich als „Hausfrau“ bezeichnen. Wir haben ein großes Haus, wo ich mich um alles selbst kümmere. Morgens fahre ich meistens auf einen Kaffee zu meinen Eltern. Mein Papa macht für mich die Büroarbeit und hilft mir bei der Fanpost. Dann sprechen wir alles durch, kümmern uns gemeinsam um die Fanpost. Und danach geht’s nach Hause und es stehen all die vielen Tätigkeiten an, die jede Hausfrau nur zu gut kennt.

Sie haben einen langjährigen Lebensgefährten, der gleichzeitig Ihr Manager ist. Wie gut können Sie hier Privates und Berufliches trennen?
Ich bin sehr froh, dass wir das nicht trennen müssen. Wir können das gut zusammen vereinbaren. Wenn er nach Hause kommt, erzählt er mir von seinem Job, ich erzähle von meinem und wir planen gemeinsam meine Jobs. Wir müssen das nicht trennen. Job und Privatleben gehört für uns zusammen. Ich bin glücklich, dass er mich da so unterstützt und mir vieles abnimmt. Er kann gut koordinieren und weiß, was er mir zumuten kann.

Sie sind seit sieben Jahren mit Erhard Grosse zusammen, haben aber noch nicht geheiratet. Weshalb? Hat Ihnen die eine gescheiterte Ehe gereicht?
Nein, daran liegt es nicht. Wir waren und sind an sich glücklich und zufrieden, wie es bisher war und noch ist. Aber wir wollen auf jeden Fall heiraten. Wir haben uns gerade verlobt und fest geplant, in naher Zukunft auch „Ja“ zueinander zu sagen.

Wie stellen Sie sich ihre Hochzeit vor?
Mein Traum ist eine Hochzeit im kleinen Kreis, am liebsten in Österreich. Dort gibt es die Kirche Maria Wörth, wo auch Barbara Wussow und Albert Fortell damals geheiratet haben – das wäre für mich der schönste Ort für meine Hochzeit!  Wichtig ist mir, dass auf alle Fälle meine Eltern und meine Schwiegermutter dabei sind.

Sie bezeichneten Erhard in früheren Interviews als Traummann. Was macht Ihn denn zu Ihrem persönlichen Traummann?
Was ist ein Traummann? Das ist sicherlich ein ganz individueller Begriff. Bei uns funktioniert die Beziehung einfach perfekt. Wir haben uns gesucht und gefunden. Ich bin bei ihm „angekommen“. Wir können einfach nicht mehr ohne den anderen. Das ist für mich der Traum von Beziehung.

Steht schon ein Termin?
Nein, einen festern Termin haben wir noch nicht. Ich wünsche mir aber, dass es nicht mehr lange dauert, denn wir haben ja schon sieben Jahre damit gewartet. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – das haben wir getan... (lacht) .

Gibt’s es nie Streit?
Doch natürlich – alles andere wäre nicht normal. In jeder Beziehung gibt es mal Schwierigkeiten, das bleibt bei einem gemeinsamen Alltag nicht aus. Aber das Entscheidende ist doch, wie man dann damit umgeht. Und da sind wir beide einfach auf der gleichen Wellenlänge.

Wie verwöhnen Sie Ihren Liebsten?
(lacht): Er würde wohl sagen, er verwöhnt eher mich... Ich glaube, wir verwöhnen uns gegenseitig. Ich mache es gern zu Hause gemütlich, koche was Leckeres. Zeit miteinander und füreinander ist ein Teil des Verwöhnens. Große Geschenke müssen hier nicht sein. Wir wissen, was wir aneinander haben. Ab und zu schicken wir uns mal ein Liebes-SMS und wenn ich morgens vor ihm aus dem Haus gehe, dann schreibe ich ihm immer einen kleinen Zettel mit einer lieben Botschaft und natürlich mit vielen Herzchen!

Obwohl Sie auch weiterhin auftreten und Musik machen, bekommt man von Ihrem Leben nicht viel mit? Warum ziehen Sie sich so zurück?
In 30 Jahren im Musikbusiness hat man selbst viel erlebt und viele private Geschichten von anderen mitbekommen. Sicher kann ich verstehen, dass das Privatleben von Menschen, die auf der Bühne stehen, auch das Publikum und die Fans interessiert. Aber ich finde, man muss auch den Wunsch nach Privatleben respektieren. Die Leute müssen nicht über jede Gefühlsregung informiert werden.

Ich bemühe mich einfach, das Private auch privat zu lassen. In der Vergangenheit wurde ich oft damit konfrontiert, dass Schlagzeilen einfach erfunden wurden. Wenn es danach ginge hätte ich heute schon zehn Kinder und wäre zum fünften Mal verheiratet – mindestens. (lacht)
Und so etwas möchte ich einfach vermeiden.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich mag sehr gerne Fußball – allerdings überwiegend im Fernsehen. Mein Verein ist Schalke 04, mein „Heimatverein“. Leider komme ich nicht so oft zu Spielen ins Stadion, weil ich Samstag sehr oft selbst unterwegs bin. Und zu meiner Lebensqualität gehört auch ein regelmäßiger Sauna-Besuch. Wir haben eine bei uns im Haus, die ich regelmäßig einheize. Damit halte ich mich auch von Erkältungen fern.

Wo haben Sie Ihren Lebensmittelpunkt?
Seit 18 Jahren ist das Recklinghausen.

Könnten Sie sich vorstellen, woanders zu leben, vielleicht sogar ganz auszuwandern?
Nein. Ich bin hier verwurzelt, hab meine Familie hier. Wir fühlen uns hier sehr wohl Natürlich weiß man nie, was das Leben noch so an Überraschungen bereit hält. Ich fahre ja auch gerne weg, komme aber immer wieder gerne nach Hause. Leipzig zum Beispiel finde ich eine tolle Stadt. Oder Magdeburg. Das optimale wäre, ein kleine Wohnung in Leipzig, eine in Magdeburg und hier zu Hause zu sein. (lacht)

Haben Sie Geschwister?
Ich habe einen Älterer Bruder namens Ralf (52). Er hat aber mit dem Business nichts zu tun. Er freut sich für mich über meine Erfolge, hält sich aber sonst aus meinen beruflichen Angelegenheiten raus. Wir haben ein gutes Verhältnis zu einander.

Haben Sie Haustiere?
Ich hatte immer Hunde. Mein letzter Hund, ein Boxer, ist vor zwei Jahren gestorben. Ich hatte nach seinem Tod das Gefühl, ihn nicht ersetzen zu können. Zudem wurde es immer schwieriger, meinen Job mit einem Hund zu vereinbaren und immer wieder zu meinen Eltern zu bringen.
Ich habe dann angefangen, die Nachbarskatzen und ein paar streunende Katzen zu füttern. Eine hat sich dann angesiedelt – und bekam kurz darauf fünf Junge. Drei davon hab ich gut untergebracht, zwei behalten. Der kleine Kater wurde dann leider überfahren, so dass heute noch Mutter und Tochter bei uns leben. Und wir haben noch sieben Vögel, das ist mit den beiden Katzen manchmal ziemlich kompliziert! (lacht)

Wie stark ist Ihre familiäre Bindung zu Ihren Eltern?
Schon sehr stark. Meine Eltern wohnen nur neun Kilometer weg von mir und ich komme an sich schon jeden Tag mal bei ihnen vorbei. Und wenn es nur auf ein halbe Stunde auf einen gemeinsamen Kaffee ist.

Sind Sie Ihren Eltern heute dankbar dafür, dass diese Ihre Karriere als Kinderstar gefördert haben?
Ja – auf jeden Fall. Es hat mir ja nicht geschadet. Sicherlich hätten wir damals viel mehr Geld verdienen können. Aber meine Eltern haben mich nicht verheizt oder mit übertriebenem Ehrgeiz dazu getrieben, auf die Bühne zu gehen. Ich habe ganz normal die Schule besucht, bin nicht durch die Gegend getingelt. Für eine TV Sendung hab ich höchstens mal ein oder zwei Tage gefehlt, Plattenaufnahmen waren immer in den Ferien. Da war aber auch die Schule sehr dahinter her. Hätten die Leistungen nicht mehr gepasst, hätte ich nicht mehr frei bekommen.

Apropos Albumtitel Träume: In früheren Interviews hieß es öfter, sie träumten von einem harmonischen Familienleben mit vielen Kindern. Der Kinderwunsch hat sich bisher leider nicht erfüllt. Woran lags? Und: Wie enttäuscht sind Sie darüber?
Nein, darüber bin ich nicht enttäuscht. Es hat einfach noch nicht sein sollen. Mit meinem Exmann war die Zeit nie reif dafür – und heute bin ich froh, dass es so gekommen ist. Denn bei der Scheidung wären die Kinder dann die Leidtragenden gewesen.

Haben Sie mit diesem Thema abgeschlossen?
Nein– es ist aber ja auch noch nicht zu spät. Vielleicht kommt das ja noch? Wer weiß, was die Zukunft noch bringt...

Könnten Sie sich eine Adoption vorstellen?
Eigentlich nicht. Aber wir haben noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht. Ich nehme das Schicksal wie es kommt. Und sicher gehe ich auch ohne Kinder meinen/unseren Weg.

Wenn Sie eine Tochter hätten. Würden Sie eine ähnliche Karriere wie die Ihre fördern?
Ich wollte immer nur Jungs. (lacht)...Spaß beiseite: Wenn das Kind Talent hat und das möchte, dann kann man das fördern. Aber ich würde nie etwas erzwingen wollen.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Sängerin wären?
Keine Ahnung. Diese Frage stellte sich nie. Ich war gleich nach der Schule sehr viel mit der Musik unterwegs. Das wäre mit einer Lehre nicht vereinbar gewesen. Aber vielleicht wäre aus mir eine gute Goldschmiedin geworden – wer weiß.

Ihr größter Hit war „Und dabei lieb ich Euch beide“. Wenn Sie heute auftreten – singen Sie diesen Titel noch?
Nein, das geht allein von der Tonart nicht mehr. Außerdem würde dieses Lied wohl nicht gut zu einer erwachsenen Frau passen.

Silvester 1977 begeisterten Sie Millionen mit Ihrem ersten Auftritt, wurden zum Kinder-Star. Dieser Tag jährt sich nun schon zum 30. Mal. Wenn sie auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurückblicken: Welches Fazit für sich persönlich ziehen Sie?
Ich kann nichts Negatives über meinen Werdegang und das ganze Business sagen. Mein Beruf macht mir heute wie damals sehr viel Spaß. Erfolg kann man nicht erzwingen. Ich gab und gebe mein Bestes, bei der Titelauswahl und bei den Auftritten. Alles andere – Erfolg oder nicht, das entscheidet dann letztendlich doch das Publikum.

Haben Sie eine beste Freundin, die sie sozusagen schon aus dem Sandkasten kennen?
Nein, eine „beste Freundin“ habe ich nicht. Ich habe viele Bekannte, gute Freunde aus meinem direkten Umfeld, denen ich mich anvertrauen kann, wenn mir mal was auf dem Herzen liegt. Ich habe viele Ansprechpartner, aber keine „Beste Freundin“.

Gibt es enge Freundschaften in der Branche? Mit wem pflegen Sie ein gutes Verhältnis? Und wer hat Sie persönlich am meisten enttäuscht?
Nein, enge Freundschaften gibt es hier meiner Meinung nach nicht. Jeder wohnt woanders, oft weit weg voneinander, am anderen Ende Deutschlands. Man freut sich bei einigen Menschen besonders, wenn man sich wieder trifft. Bernd Clüver und Bernhard Brink gehören hier für mich zum Beispiel dazu. Die beiden haben zeitgleich mit mir im Schlagergeschäft angefangen. Da freue ich mich am meisten, wenn ich die „Alten“ wieder treffe.

Ein paar typische Frauenfragen:
Gehen Sie gern shoppen?
An sich nicht. Nur für meinen Mann – für den kaufe ich sehr gerne Klamotten. Und für mich Kosmetik. Es gibt da so ein paar Parfümerien, aus denen ich nicht herauskomme, ohne eine Kleinigkeit gekauft zu haben.

Wissen Sie spontan, wie viele paar Schuhe Sie besitzen?
Wenig... Ein paar tolle Bühnenschuhe , aber die brauche ich privat auch nicht. Ich habe jedenfalls kein großes Schuhzimmer!  Natürlich hab ich ein paar Schuhe, wenn man sich mal schick machen möchte. Aber privat gehe ich leger, da brauche ich nicht viele verschiedene Schuhe.

Telefonieren Sie gerne? Wie lange dauern ein Telefonat mit einer guten Freundin?
Schon...ja...  (lacht)... Mit meinem Fanclubleiter werden das schon mal eineinhalb Stunde. Ich kann mich überhaupt gut mit Männern unterhalten. Die haben schließlich auch mal Probleme, die sie besprechen möchten – nicht nur Frauen.

Worauf achten Sie bei Männern zuerst?
Ehrlich??? Mein Lebensgefährte spielt regelmäßig Tennis und hat davon richtig schöne Beine. Das sieht man aber ja nicht immer auf den ersten Blick. Da zählt der Gesamteindruck. Aber schöne Beine und ein schöner Po sind mir wichtig!

Glauben Sie an Gott? Beten Sie?
Ja, ich glaube an Gott. Ich gehe zwar nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber ich könnte auch nicht aus der Kirche austreten, das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

Haben Sie Ängste?
Ich leide ganz schlimm an Flugangst. Ich steige zwar in einen Flieger, wenn´s sein muss. Aber Flugzeuge sind für mich ein Greuel. Ich stehe dabei tausend Ängste au, habe wirklich Angst vor einem Absturz. Wenn jemand dabei ist, geht´s noch, aber alleine...

Zwei positive Eigenschaften, die Sie an sich selbst mögen?
Das kann man von sich selbst ja immer sehr schwer sagen. Ich bin pünktlich, das erwarte ich auch von anderen. Ich bin treu, das ist für mich auch das Wichtigste, was ich von meinem Partner erwarte.

Haben Sie Schwächen?
Ich bin ein kleiner Dickkopf und kann schlecht verzeihen. Wenn mir einer richtig weh getan hat, dann dauert das länger, bis das wieder in Ordnung kommt. Das ist typisch für mein Sternzeichen Stier. Ich komme damit aber ganz gut zurecht und hab dadurch Menschenkenntnis entwickelt. Viele erste Eindrücke bestätigen sich im Laufe der Zeit.

Sie haben die berühmten 3 Wünsche frei – Was wünschen Sie sich?
Gesundheit – das steht wohl bei jedem an erster Stelle. Dass ich und die Familie, mein Mann, gesund bleiben. Und dass mich die Leute weiterhin mögen, dass ich weiterhin ein bisschen Erfolg habe. Und dass ich nach New York komme...

Zurück zum Albumtitel: Verbotene Träume – Haben Sie selbst „Verbotene Träume“?
Beim Träumen ist alles erlaubt, sonst wären es ja keine Träume. Man muss es ja niemandem erzählen. Aber im Prinzip gibt es keine verbotenen Träume!

Zum Schluss:
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Mit 50... oh je... Das wird sicher anders als mit der 40. Ich schätzte, dass ich dann verheiratet bin und hoffe, dass ich einen Sohn habe. Und die Bühne? So lange die Leute mich sehen und hören wollen, möchte ich auch gerne weiter machen. Man weiß ja auch nicht, wie lange man gesundheitlich so weitermachen kann –ich hoffe, noch lange – mit neuen Titeln, neuen Songs und neuen Alben!

Vielen Dank für das Gespräch!

Quelle:KOCH Universal.

 

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